Scheiden tut weh

Auch wenn ich mich auf das Neue freue, ist doch das Loslassen ein schwerer Schritt. Nachdem nun endlich alle Hürden genommen waren, war diese letzte Woche ein schrittweiser Abschied von Heidenheim. Eingeleitet wurde dieser mit einem wunderschönen Sonnenuntergang auf der Heide mit Marlu und einer lieben Freundin. Nach und nach bin ich noch ein letztes Mal all unsere Lieblingsrunden gegangen, mal alleine mal mit einer/einem unserer treuen Gefährten der letzten 4 Jahre. Ein sehr emotionaler Moment war dann auch der Abschied von Marlu’s bestem Freund und seinem Frauchen. Diese waren uns in den Anfangswochen und Monaten nach unserer Rückkehr nach Heidenheim immer ein Seelenwärmer. Mit der Zeit ist eine tiefe Verbundenheit entstanden, hatten wir doch immer mehr Gemeinsamkeiten entdeckt. Ich bin sehr dankbar, dass wir diese beiden Seelen treffen durften und ihr werdet auch immer einen Platz in unserem Herzen haben. Eine andere Begleiterin habe ich leider erst viel zu spät hier in Heidenheim getroffen – schade – aber sie war treu an meiner Seite vor allem jetzt in der stressigen Endphase, und es hat gut getan jemanden zu haben bei dem man sich auch mal ausheulen durfte, wenns gerade wieder nicht so lief. Auch dafür bin ich von tiefstem Herzens dankbar und ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen und dann, hoffentlich wieder ganz entspannt. Gestern Abend gab es dann den Abschiedsspaziergang über das Schloss mit einem letzten Blick über meine Heimatstadt. Hatte ich doch das Wahrzeichen immer vor Augen von meiner Terasse aus. Die Koffer sind gepackt, meine beiden Lieben, Benni und Kathi, begleiten mich zum Flughafen. Noch ein letzter Blick zurück, bye, bye ihr lieben Nachbarn, – nicht traurig sein wir kommen wieder.

Bye, bye Ottilienstraße
Freunde fürs Leben

Willkommen bei meinen Erlebnissen und Herausforderungen in Namibia“

Guten Tag, mein Name ist Anna Barbara Bertenbreiter, mein halbes Leben haben meine Familie und ich im Ausland verbracht. Unsere Reise begann in Indonesien, total naiv und ohne Landes- und Sprachkenntnisse, mein Mann hatte für seine Promotion einen Forschungsauftrag angenommen und ich war aus Liebe gefolgt. Der Anfang war also ziemlich holprig, aber es wurde […]

Willkommen bei meinen Erlebnissen und Herausforderungen in Namibia“

Und dann war da noch ein Hund

Endlich war das Visum da, dann kam auch schon die nächste Hürde, die Dank Corona auf mindestens das doppelte anstieg. Schon Anfang Dezember hatte ich mich kundig gemacht was wohl die kürzeste Verbindung nach Namibia ist, damit unser Hundilein nicht zu lange in seiner Box unterwegs ist. Eigentlich wäre das Namibian Air gewesen aber dieser Fluglinie hat Corons vollends den Gar ausgemacht, war sie schon vorher recht angeschlagen gewesen. Dann gab es noch unsere gute alte Lufthansa die auch direkt von Frankfurt nach Windhoek fliegt, nur im Moment von Eurowings durchgeführt, mit einer Maschine von Brüsselsair. – ziemlich Europäisch. Große Frage nehmen die auch Tiere mit? Na dann rufen wir doch mal die Servicenummer an und machen uns schlau. Die Dame dort war sehr freundlich und versicherte mir, dass das überhaupt kein Problem ist und erklärte mir ganz genau wie ich vorgehen muss damit unser Schatz dann auch sicher an Bord ist. Gleichzeitig haben wir das Veterinäramt in Windhoek angeschrieben und uns die Einfuhrbestimmungen und Papiere besorgt. Wir fühlten uns gut vorbereitet. Auch die jährlichen Impfungen habe ich noch vor Weihnachten erledigtund einen Termin beim Amtstierarzt gemacht so, dass es am Ende keinen Stress gibt – dachte ich! Als dann das Visum nicht kam habe ich brav den Termin verschoben und der zuständigen Tierärztin auch schon mal die Papiere geschickt, nicht dass ich am Ende noch irgendetwas brauchte, denn all die aufgeführten Krankheiten kannte ich gar nicht oder nur als exotische, die gibt es doch nicht in Deutschland – dachte ich. Nun ich sollte mich irren.Wochenlang hörte ich nichts, das war ja auch ok, wir hatten ja noch immer kein Visum. Als dieses dann endlich kam meldete sich plötzlich auch das Veterinäramt. Wie praktisch, just in dem Moment wo man sie wieder braucht. Plötzlich gab es doch all diese bösen Krankheiten auch hier in Deutschland und wir sollten zum Bluttest, der darf aber nicht älter als 30 Tage sein, muss aber mindestens 10Tage vor Abflug vom Veterinäramt Heidenheim nach Windhoeck übermittelt werden. Außerdem machte das englische Formular etwas Verständnisprobleme (fällt es ja schon manchmal schwer das ganze Beamtendeutsch zu verstehen). Ich soll doch versuchen das Formular auf Deutsch zu bekommen. Oh! Wo soll ich das denn her bekommen. Mein Stresslevel stieg. Wolfgang lies nach kurzer Diskusion das Papier einfach übersetzen. Ok, Puls und Blutdruck wieder auf Normallevel. Dann haben wir einen Zeitplan ausgeklügelt um all die Termine fristgerecht einzuhalten. Fluggebucht und wie erklärt Hund einbuchen. Die Dame war immer noch freundlich. Doch plötzlich gab es das Feld zum Einbuchen nicht auf ihrem Computer, nach etwas hin und her und einigen Anrufen ein kurzes knappes unfreundliches:‘ Auf dieser Strecke transportieren wir keine Tiere‘. OK! Was nun???

Nun, Ethiopian airways fliegt auch nach Windhoeck und mit der kam Marlu ja auch gut und sicher nach Deutschland. Aber das ist ein langer Flug. Vielleicht kann ich sie ja beim Umsteigen kurz aus der Box holen und mit ihr laufen und Pipi machen.

Also das gleiche Spiel noch einmal mit Ethiopian Airways. Leider am Ende auch mit dem selben Erfolg. Warum sagen die nicht gleich das geht nicht??? Weil du erst einen Flug buchst, den am Ende stornierst und Stornogebühren bezahlst.

Jetzt war meine Stimmung ziemlich am Boden. Ich allein mit Hund hier, Wolfgang allein in Namibia. Und keine Aussicht dass sich das ändert. Da kam plötzlich der Vorschlag veruche es mit einer Animaltravel Agentur.

Ethiopian Airlines hat eine vorgeschlagen, aber wirklich eine Lösung hatten sie auch nicht, wollten sich aber schlau machen. Hatten mir aber schon gesagt, dass 80% der Airlies seit Corona keine Tiere mehr transportieren. Oh jeh!

So tief in meiner Depression stöberte ich noch einmal auf der Lufthansaseite und fand eine ziemlich engagierte Anzeige einer Animallogistic Agentur. Einen Versuch ist es wert, ich hab nichts zu verlieren. Mitten in der Nacht schrieb ich die Damen an, die sich am nächsten Morgen sofort meldeten und am Nachmittags hatte ich meinen Flug. – Jetzt kommts!!!! Auf der Lufthansa Maschine die doch keine Tiere auf dieser Strecke transportiert. Puuuh, egal, nochmal umbuchen. Langsam halten mich alle für bekloppt.

Jetzt kommt der Zeitplan: Termin beim Tierarzt für die Bluttests, eine Woche später, Amtstierarzt für die Landeerlaubnis, und dann 10 Tage später ausreisen. Eine Woche für die Bluttests reicht, hatte man mir versichert die Ergebnisse brauchen 2-3 Tage. Nicht mit Corona! Die Woche ist um, die Tests sind immer noch nicht da. Beim Tierarzt bekomme ich einen riesen Anschiss, dass ich nachfrage. Aber jetzt drängt die Zeit, sonst reicht es nicht mehr für den hart erkämpften Flug. Die Amtstierärztin ist die Ruhe selbst, spricht mir immer wieder Mut zu und ist zu jeder Tages- und Nachtzeit ansprechbar. Ich sage nie wieder etwas schlechtes über Beamte!! Die Dame ist ein Engel auf Erden. Nach eigenhändigem Anruf im Labor haben wir endlich um 17:30h alle Befunde. Der Antrag muss heute noch raus! Sie organisiert eine Kollegin die liebevoll mit mir den Antrag durchgeht und kurz nach 19h geht das Fax nach Windhoek. Dachten wir!!!

Kaum zuhause kam die Nachricht: ‚Das Fax ist nicht raus‘. Also habe ich alles eingescaned und nochmal per Mail verschickt. Banges Warten auf die Antwort.

Willkommen bei meinen Erlebnissen und Herausforderungen in Namibia“

Guten Tag, mein Name ist Anna Barbara Bertenbreiter, mein halbes Leben haben meine Familie und ich im Ausland verbracht.

Unsere Reise begann in Indonesien, total naiv und ohne Landes- und Sprachkenntnisse, mein Mann hatte für seine Promotion einen Forschungsauftrag angenommen und ich war aus Liebe gefolgt. Der Anfang war also ziemlich holprig, aber es wurde immer schöner und spannender. Obwohl ich eigentlich gar nicht bleiben wollte und das erste halbe Jahr nur aus dem Koffer gelebt hatte, ist irgendwann der Funke übergesprungen, ich habe ausgepackt und bin geblieben. Nach Beendigung des Projekts ging es zurück nach Deutschland. Lange hat es uns da nicht gehalten und so folgten im Laufe unserer 40 jährigen Ehe Sierra Leone, Marokko, Ghana, Zambia.

Es hat ein bisschen gedauert bis der Afrikafunke übergesprungen war, aber nach Zambia waren wir endgültig tief mit Afrika verwurzelt und der Abschied von dort fiel uns unendlich schwer, war es uns doch ein echtes Zuhause geworden mit vielen Freunden.

Und plötzlich wird ein Traum Wirklichkeit

Bei einer Urlaubsreise durch Namibia hatten wir uns spontan in dieses doch ganz besondere Land verliebt und es war klar, dass wir wieder kommen wollten denn der ganze Norden hatte bei unserer Reise damals noch gefehlt und der Okavango und sein Delta sind ja schon ein Highlight in Afrika das man gesehen haben muss und das einzigartige Wildlife ist immer sehenswert.

Nachdem wir uns gedanklich schon auf die Rente vorbereitet haben, uns ein Wohnmobil zulegen wollten um auf große Fahrt zu gehen, hat uns Corona erstmal gestoppt und plötzlich bot sich uns die Gelegenheit noch einmal ein Projekt genau in der Region im Norden ganz von vorne aufzubauen. Es waren lange Wochen der inneren Kämpfe ob wir in der jetzigen Zeit und in unserem Alter noch einmal das Wagnis eingehen oder doch lieber ganz bequem in Deutschland sitzen bleiben sollen, am Wochenende Gemüse und Obst in unserem Garten ziehen und zweimal im Jahr auf Fahrt gehen und ab und zu die Kinder zu Besuch kommen, oder uns noch einmal auf eine fremde Kultur einlassen, versuchen etwas zu bewegen, mit Stromausfällen und Wassermangel zurecht kommen und die Wochenenden in den umliegenden Nationalparks mit Elefanten, Giraffen und Co. verbringen. Auch wenn um uns herum alle in den Ruhestand drängen, so alt fühlen wir uns noch nicht , also stand die Entscheidung fest: Wir wagen es noch einmal.

Der Umzug ist auf dem Weg, nach langem Warten ist auch endlich das Visum da, die Koffer sind gepackt und Ende der Woche macht sich mein Mann als Pionier auf den Weg und sucht uns ein neues Nest, während ich hier alle schön abschließe um mich dann auch auf den Weg zu machen.

Der Caprivizipfel – heute Zambesi-Region galt immer als etwas eintönig wir versuchen das in diesem Blogg zu widerlegen und ihr seid herzlich eingeladen unseren Erlebnissen zu folgen.