Auf nach Rundu

Früh morgens machen wir uns nach einem etwas mageren Frühstück auf den Weg zu unserem zukünftigen Wohnort. Noch ist es kühl und regnerisch. Bald lassen wir Windhoeck hinter uns und düsen auf dem Trans-Kalahari Highway Richtung Norden.

Nach Okahandja, der nächsten großen Stadt, wurde es einsamer auf der Straße. Auch hatten wir herausgefunden was am Auto so nervtötend scheppert und es abgestellt. Was für eine Erholung für die Ohren. Rechts und Links der Straße nur Farm-/Bushland soweit das Auge reicht.

Marlu hat das ganze Anfangs aufmerksam von ihrem Platz aus beobachtet, sich dann aber doch für ein  ausgiebiges Schläfchen entschieden.

Kurz vor Otjiwarongo mussten wir einem übergroßen Transport die Straße frei machen.

Am Waterberg hingen die Wolken tief und urplötzlich waren wir inmitten einer Regenfront. Zum Glück war die so schnell wieder vorbei wie die aufgetaucht war.

13 Uhr. – Wir passieren Otavi, yuhuuu, die Hälfte ist geschafft. Jetzt kommt nur noch Grootfrontain, – 90 Km-,und dann kommt bis Rundu nichts mehr.

Die Stecke von Otavi nach Grootfrontain geht durch ein wunderschönes grünes Tal, das an das Allgäu erinnert, mit Kühen und Schafen auf dem Weiden.

14 Uhr Grootfrontain. Ab jetzt fängt das wilde Namibia an. RUNDU 257 km.

Entlang der Staße hatte es viele kleine traditionelle Wohnsiedlungen. Kühe, Ziegen, Kinder und Menschen entlang der Straße und manchmal mitten drin. Es ging nicht mehr ganz so flott vorwärts, und man musste doch ziemlich konzentriert fahren und auf Unvorhergesehenes gefasst sein. Zwischendurch immer mal wieder ein kurzer Regenschauer, sindwir doch mitten in der Regenzeit. Auch wurden wir immer mal wieder mit einem kleinen Regenbogen verwöhnt.

Und dann,…… Endlich! am Ende der Straße tauchen Gebäude auf, das muss Rundu sein!

Endlich geschafft. Was für eine Erleichterung. Nur noch durch die Stadt bis zur Lodge. Und dann endlich vor uns der Kavango.

Wir wurden freundlich in einer wunderschönen Lodge, umgeben von einer schön gepflegten Gartenanlage, begrüßt. Sogar Marlu wurde von der hier wohnenden Hundeschar willkommen geheißen.

Unser zu Hause für die nächste Zeit.

Vor dem Abendessen machten wir noch einen entspannten Spaziergang am Fluss entlang, der natürlich auch die Wasserversorgung für die Stadt ist. Ein freundlicher Wächter an der Wasserfassung rief uns auf seinen Turm und bescherte uns einen atemberaubenden Blick auf den berühmten Sonnenuntergang am Kavango.

Den Fluss und die Stadt werden wir morgen ausgiebig erkunden, bevor wir uns dann an das Projekt ‚Haus suche‘ mache. Jetzt haben wir uns erstmal einen gemütlichen Abend, begleitet von angenehmen leisen Klängen von der Jugend am Fluß und eine entspannte Nacht verdient.

Auftakt in Windhoek

Der Sonntag verlief weitgehendst ruhig und gemütlich, mussten wir uns ja auch erstmal von all den aufregenden Geschehnissen der letzten Zeit erholen. Auch auf die Klimaveränderung mussten wir uns erst einstellen, ist es hier ja Sommer im Moment, mit Tagestemperaturen um die 30*C. Zum Glück kühlt es Nachts Dank des Wüstenklimas doch ziemlich ab, so auf cirka 15*C, so dass erholsames Schlafen möglich ist. Außer, es ist Regenzeit und am Abend wird man von einem heftigen Regenguss heimgesucht und man muss fluchtartig das Bett verlassen, weil leider das Dach den Wassermassen nicht stand hält. Ein Eimer war zum Glück schnell zur Hand und der Regenguss war nicht allzu lange.

Am Montag gab es dann erstmal einen Einführungskurs der GIZ über die wichtigsten Infos und Gefahren zum Gastland. Ist es doch immer gut zu wissen worauf man achten sollte, landesübliche Gepflogenheitenzu kennen, und zu Wissen was einen so alles erwarten kann. +

Der Dienstsg verlief auch eher ruhig, mittlerweile waren Marlu und mir die Spazierwege rund ums Guesthouse bestens bekannt und wir erfreuten uns an den Mongus, die überall herumsausten. Auch eine große Schar von Vögeln taten sich an den Samen des Grases gütlich, das durch den Regen hüfthoch stand. Nachmittags noch ein Treffen mit der Frau eines Kollegen, die mich noch mit einigen nützlichen Tipps versorgte. Auch die Grupppe vom Stammtisch war mittlerweile auf uns aufmerksam geworden und gaben mir Rat und Adressen für den Norden mit auf den Weg.

Der Mittwoch war eher öde, Wolfgang musste arbeiten und für mich gab es nichts besonderes zu tun. Am Nachmittag erkundeten wir noch die Schopping Malls und deckten uns für die Fahrt nach Rundu mit Obst, Käse und schönem deutschen Vollkornbrot ein.

Der Donnerstag sollte nochmal ein besonderer Tag werden. Wolfgang  hatte mit seinen Kollegen einen Workshop außerhalb von Windhoek auf einer Anthroposophieschen Gemüsefarm, Marlu und ich konnten mit und ausgiebig das Gelände erkunden. Was für eine himmlischee Ruhe, nur Vogelgezwitscher und Insektengebrumm. Klänge vom Allerfeinsten. Und dieser Duft der von dem Grün aufsteigt, herb-würzig und doch ein bisschen süß. Und wie allerliebst zwischen dem ungewöhnlich üppigen Grün zarte Blüten und fremdartige Insekten sich tummeln. Es gab auch einen kleinen Stausee, den Marlu natürlich gerne für eine kleine Erfrischung benutzte.

Den Nachmittag haben wir dann ganz entspannt im Garten der Farm verbracht. Ja, so lässt es sich nicht schlecht leben. Und morgen werden wir uns dann auf den Weg zu unserem endgültigen Ziel nach Rundu machen. Bin schon ganz gespannt was und da erwartet.

Fliegen in Coronazeiten

Nach einer störungsfreien Fahrt durch das Nass-Kalte Deutschland wuchs die Vorfreude auf die afrikanische Sonne. Marlu wurde am Flughafen freudig von einer freundlichen Mitarbeiterin empfangen und dann auch ohne großes Hin und Her übernommen. Das war alles sehr gut vorbereitet.

Benni und Kathi brachten mich zum Terminal und nach einem gemeinsamen Kaffee war es dann auch Zeit sich von den letzte Beiden zu verabschieden.

Am Flughafen war es entspannt ruhig, nicht das übliche hecktische Treiben. So langsam schlenderte ich Richtung Lufthansa Check in – Mal sehen, wann ich mein Gepäck aufgeben kann. Unglaublich keine Schlangen und nach kurzem Warten waren die Koffer auf dem Weg. Na dann, ab Richtung Gate. Bei der Sicherheits- und Grenzkontrolle konnte man gemütlich durchgehen, auch das Personal war total ruhig und entspannt. Noch ein kurzer Bummel durch den Duty free, sogar da gab es eine freundliche kompetente Mitarbeiterin die sofort verstand wonach ich suchte. Und dann ab zum Gate, die Lounges sind fast alle geschlossen und am Gate gab es genug Sitzplätze. So nach und nach füllte sich der Wartebereich, jeder darauf bedacht Abstand zu halten aber trotzdem offen für ein Schwätzchen auf Distanz. Alles war total friedlich bis…..! Ungefähr eine Stunde vor Bording am Schalter plötzlich eine Dame erschien und, nachdem ein paar Gäste sich mit ihr ausgetauscht hatten, die Durchsage kam: Dass sie auf Nachfrage einiger Fluggäste im Internet recherchiert hätte, und für die Einreise in Namibia ein Health formular notwendig sei, das man im Internet herunterladen kann. Aha, was hilft mir die Info hier, ich kann nichts mehr machen. Aber die bis dahin ruhige, fast schläfrige Masse war aufgescheckt. Denn natürlich hatte fast niemand das Papier und machen konnte man auch nichts mehr. Die Leute liefen durcheinander, immer wieder ging einer an den Schalter. Ein Asiate ‚diskutierte‘ erst ziemlich laut mit seiner Partnerin und dann entlud sich sein Frust am Telefon. Anstatt zu beruhigen, heizte die Dame am Schalter die Stimmung noch an und wiederholte die Info im 5 – 10 Min Takt. Nach einer Weile toppte sie das ganze mit der neuen Info man bräuchte auch noch eine private Krakenversicherung die Covid mit abdecke. Ich denke ich muss nicht beschreiben was am Gate los war. Zum Glück hatte ich Kontakt zu Wolfgang der das ganze Prozedere schon vor 3 Wochen durchlaufen hat. Von ihm kam die Info, don’t worry den Zettel gibt es im Flieger vor der Landung. So konnte ich wenigstens meine Nachbarn beruhigen. Genau so war es dann auch.

Der Flug selber war dann ganz angenehm, und die Formalitäten am Flughafen waren gründlich aber unaufgeregt und super freundlich. Ich war erstaunt, der Flughafen in Windhoeck war seit dem letzten Mal schön ausgebaut worden. Finally war ich durch die Warteschlangen und wurde von meinem Schatz erwartete. So jetzt mussten wir nur noch unseren Hund einsammeln. Also ab zum Cargo, auch da ging alles problemlos und flott und nach kurzer Zeit hatten wir unser Hundilein wieder, das natürlich total froh war aus seiner Kiste befreit zu werden um uns stürmisch begrüßen zu dürfen. Dann musste sie erst mal einen Spurt über den Platz machen, was die dort vorhandenen Cargo- und Zoll Beamten ziemlich amüsierte und es folgen ihr alle Herzen zu. Welcome back home in Africa – Zambesi shepherd.

Dann ging es ab durch die ach so vertraute aber ungewöhnlich grüne Bushsavanne Richtung Windhoeck in unsere Lodge, die für die kommende Woche unser Zuhause sein wird. Gleich am Tor das Schild: Dogs are welcome. Da wird mir ganz warm ums Herz, und ich merke wieder wie sehr ich diese Willkommenskultur vermisst habe, auch wenn ich weiß dass auch hier nicht immer alles toll ist. Nur was für ein Vergleich, wie werden diese Menschen bei uns in Deutschland behandelt. Da schäme ich mich schon manchmal für meine Landsleute.

Ankunft in Windhoek

Scheiden tut weh

Auch wenn ich mich auf das Neue freue, ist doch das Loslassen ein schwerer Schritt. Nachdem nun endlich alle Hürden genommen waren, war diese letzte Woche ein schrittweiser Abschied von Heidenheim. Eingeleitet wurde dieser mit einem wunderschönen Sonnenuntergang auf der Heide mit Marlu und einer lieben Freundin. Nach und nach bin ich noch ein letztes Mal all unsere Lieblingsrunden gegangen, mal alleine mal mit einer/einem unserer treuen Gefährten der letzten 4 Jahre. Ein sehr emotionaler Moment war dann auch der Abschied von Marlu’s bestem Freund und seinem Frauchen. Diese waren uns in den Anfangswochen und Monaten nach unserer Rückkehr nach Heidenheim immer ein Seelenwärmer. Mit der Zeit ist eine tiefe Verbundenheit entstanden, hatten wir doch immer mehr Gemeinsamkeiten entdeckt. Ich bin sehr dankbar, dass wir diese beiden Seelen treffen durften und ihr werdet auch immer einen Platz in unserem Herzen haben. Eine andere Begleiterin habe ich leider erst viel zu spät hier in Heidenheim getroffen – schade – aber sie war treu an meiner Seite vor allem jetzt in der stressigen Endphase, und es hat gut getan jemanden zu haben bei dem man sich auch mal ausheulen durfte, wenns gerade wieder nicht so lief. Auch dafür bin ich von tiefstem Herzens dankbar und ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen und dann, hoffentlich wieder ganz entspannt. Gestern Abend gab es dann den Abschiedsspaziergang über das Schloss mit einem letzten Blick über meine Heimatstadt. Hatte ich doch das Wahrzeichen immer vor Augen von meiner Terasse aus. Die Koffer sind gepackt, meine beiden Lieben, Benni und Kathi, begleiten mich zum Flughafen. Noch ein letzter Blick zurück, bye, bye ihr lieben Nachbarn, – nicht traurig sein wir kommen wieder.

Bye, bye Ottilienstraße
Freunde fürs Leben

Willkommen bei meinen Erlebnissen und Herausforderungen in Namibia“

Guten Tag, mein Name ist Anna Barbara Bertenbreiter, mein halbes Leben haben meine Familie und ich im Ausland verbracht. Unsere Reise begann in Indonesien, total naiv und ohne Landes- und Sprachkenntnisse, mein Mann hatte für seine Promotion einen Forschungsauftrag angenommen und ich war aus Liebe gefolgt. Der Anfang war also ziemlich holprig, aber es wurde […]

Willkommen bei meinen Erlebnissen und Herausforderungen in Namibia“

Und dann war da noch ein Hund

Endlich war das Visum da, dann kam auch schon die nächste Hürde, die Dank Corona auf mindestens das doppelte anstieg. Schon Anfang Dezember hatte ich mich kundig gemacht was wohl die kürzeste Verbindung nach Namibia ist, damit unser Hundilein nicht zu lange in seiner Box unterwegs ist. Eigentlich wäre das Namibian Air gewesen aber dieser Fluglinie hat Corons vollends den Gar ausgemacht, war sie schon vorher recht angeschlagen gewesen. Dann gab es noch unsere gute alte Lufthansa die auch direkt von Frankfurt nach Windhoek fliegt, nur im Moment von Eurowings durchgeführt, mit einer Maschine von Brüsselsair. – ziemlich Europäisch. Große Frage nehmen die auch Tiere mit? Na dann rufen wir doch mal die Servicenummer an und machen uns schlau. Die Dame dort war sehr freundlich und versicherte mir, dass das überhaupt kein Problem ist und erklärte mir ganz genau wie ich vorgehen muss damit unser Schatz dann auch sicher an Bord ist. Gleichzeitig haben wir das Veterinäramt in Windhoek angeschrieben und uns die Einfuhrbestimmungen und Papiere besorgt. Wir fühlten uns gut vorbereitet. Auch die jährlichen Impfungen habe ich noch vor Weihnachten erledigtund einen Termin beim Amtstierarzt gemacht so, dass es am Ende keinen Stress gibt – dachte ich! Als dann das Visum nicht kam habe ich brav den Termin verschoben und der zuständigen Tierärztin auch schon mal die Papiere geschickt, nicht dass ich am Ende noch irgendetwas brauchte, denn all die aufgeführten Krankheiten kannte ich gar nicht oder nur als exotische, die gibt es doch nicht in Deutschland – dachte ich. Nun ich sollte mich irren.Wochenlang hörte ich nichts, das war ja auch ok, wir hatten ja noch immer kein Visum. Als dieses dann endlich kam meldete sich plötzlich auch das Veterinäramt. Wie praktisch, just in dem Moment wo man sie wieder braucht. Plötzlich gab es doch all diese bösen Krankheiten auch hier in Deutschland und wir sollten zum Bluttest, der darf aber nicht älter als 30 Tage sein, muss aber mindestens 10Tage vor Abflug vom Veterinäramt Heidenheim nach Windhoeck übermittelt werden. Außerdem machte das englische Formular etwas Verständnisprobleme (fällt es ja schon manchmal schwer das ganze Beamtendeutsch zu verstehen). Ich soll doch versuchen das Formular auf Deutsch zu bekommen. Oh! Wo soll ich das denn her bekommen. Mein Stresslevel stieg. Wolfgang lies nach kurzer Diskusion das Papier einfach übersetzen. Ok, Puls und Blutdruck wieder auf Normallevel. Dann haben wir einen Zeitplan ausgeklügelt um all die Termine fristgerecht einzuhalten. Fluggebucht und wie erklärt Hund einbuchen. Die Dame war immer noch freundlich. Doch plötzlich gab es das Feld zum Einbuchen nicht auf ihrem Computer, nach etwas hin und her und einigen Anrufen ein kurzes knappes unfreundliches:‘ Auf dieser Strecke transportieren wir keine Tiere‘. OK! Was nun???

Nun, Ethiopian airways fliegt auch nach Windhoeck und mit der kam Marlu ja auch gut und sicher nach Deutschland. Aber das ist ein langer Flug. Vielleicht kann ich sie ja beim Umsteigen kurz aus der Box holen und mit ihr laufen und Pipi machen.

Also das gleiche Spiel noch einmal mit Ethiopian Airways. Leider am Ende auch mit dem selben Erfolg. Warum sagen die nicht gleich das geht nicht??? Weil du erst einen Flug buchst, den am Ende stornierst und Stornogebühren bezahlst.

Jetzt war meine Stimmung ziemlich am Boden. Ich allein mit Hund hier, Wolfgang allein in Namibia. Und keine Aussicht dass sich das ändert. Da kam plötzlich der Vorschlag veruche es mit einer Animaltravel Agentur.

Ethiopian Airlines hat eine vorgeschlagen, aber wirklich eine Lösung hatten sie auch nicht, wollten sich aber schlau machen. Hatten mir aber schon gesagt, dass 80% der Airlies seit Corona keine Tiere mehr transportieren. Oh jeh!

So tief in meiner Depression stöberte ich noch einmal auf der Lufthansaseite und fand eine ziemlich engagierte Anzeige einer Animallogistic Agentur. Einen Versuch ist es wert, ich hab nichts zu verlieren. Mitten in der Nacht schrieb ich die Damen an, die sich am nächsten Morgen sofort meldeten und am Nachmittags hatte ich meinen Flug. – Jetzt kommts!!!! Auf der Lufthansa Maschine die doch keine Tiere auf dieser Strecke transportiert. Puuuh, egal, nochmal umbuchen. Langsam halten mich alle für bekloppt.

Jetzt kommt der Zeitplan: Termin beim Tierarzt für die Bluttests, eine Woche später, Amtstierarzt für die Landeerlaubnis, und dann 10 Tage später ausreisen. Eine Woche für die Bluttests reicht, hatte man mir versichert die Ergebnisse brauchen 2-3 Tage. Nicht mit Corona! Die Woche ist um, die Tests sind immer noch nicht da. Beim Tierarzt bekomme ich einen riesen Anschiss, dass ich nachfrage. Aber jetzt drängt die Zeit, sonst reicht es nicht mehr für den hart erkämpften Flug. Die Amtstierärztin ist die Ruhe selbst, spricht mir immer wieder Mut zu und ist zu jeder Tages- und Nachtzeit ansprechbar. Ich sage nie wieder etwas schlechtes über Beamte!! Die Dame ist ein Engel auf Erden. Nach eigenhändigem Anruf im Labor haben wir endlich um 17:30h alle Befunde. Der Antrag muss heute noch raus! Sie organisiert eine Kollegin die liebevoll mit mir den Antrag durchgeht und kurz nach 19h geht das Fax nach Windhoek. Dachten wir!!!

Kaum zuhause kam die Nachricht: ‚Das Fax ist nicht raus‘. Also habe ich alles eingescaned und nochmal per Mail verschickt. Banges Warten auf die Antwort.

Willkommen bei meinen Erlebnissen und Herausforderungen in Namibia“

Guten Tag, mein Name ist Anna Barbara Bertenbreiter, mein halbes Leben haben meine Familie und ich im Ausland verbracht.

Unsere Reise begann in Indonesien, total naiv und ohne Landes- und Sprachkenntnisse, mein Mann hatte für seine Promotion einen Forschungsauftrag angenommen und ich war aus Liebe gefolgt. Der Anfang war also ziemlich holprig, aber es wurde immer schöner und spannender. Obwohl ich eigentlich gar nicht bleiben wollte und das erste halbe Jahr nur aus dem Koffer gelebt hatte, ist irgendwann der Funke übergesprungen, ich habe ausgepackt und bin geblieben. Nach Beendigung des Projekts ging es zurück nach Deutschland. Lange hat es uns da nicht gehalten und so folgten im Laufe unserer 40 jährigen Ehe Sierra Leone, Marokko, Ghana, Zambia.

Es hat ein bisschen gedauert bis der Afrikafunke übergesprungen war, aber nach Zambia waren wir endgültig tief mit Afrika verwurzelt und der Abschied von dort fiel uns unendlich schwer, war es uns doch ein echtes Zuhause geworden mit vielen Freunden.

Und plötzlich wird ein Traum Wirklichkeit

Bei einer Urlaubsreise durch Namibia hatten wir uns spontan in dieses doch ganz besondere Land verliebt und es war klar, dass wir wieder kommen wollten denn der ganze Norden hatte bei unserer Reise damals noch gefehlt und der Okavango und sein Delta sind ja schon ein Highlight in Afrika das man gesehen haben muss und das einzigartige Wildlife ist immer sehenswert.

Nachdem wir uns gedanklich schon auf die Rente vorbereitet haben, uns ein Wohnmobil zulegen wollten um auf große Fahrt zu gehen, hat uns Corona erstmal gestoppt und plötzlich bot sich uns die Gelegenheit noch einmal ein Projekt genau in der Region im Norden ganz von vorne aufzubauen. Es waren lange Wochen der inneren Kämpfe ob wir in der jetzigen Zeit und in unserem Alter noch einmal das Wagnis eingehen oder doch lieber ganz bequem in Deutschland sitzen bleiben sollen, am Wochenende Gemüse und Obst in unserem Garten ziehen und zweimal im Jahr auf Fahrt gehen und ab und zu die Kinder zu Besuch kommen, oder uns noch einmal auf eine fremde Kultur einlassen, versuchen etwas zu bewegen, mit Stromausfällen und Wassermangel zurecht kommen und die Wochenenden in den umliegenden Nationalparks mit Elefanten, Giraffen und Co. verbringen. Auch wenn um uns herum alle in den Ruhestand drängen, so alt fühlen wir uns noch nicht , also stand die Entscheidung fest: Wir wagen es noch einmal.

Der Umzug ist auf dem Weg, nach langem Warten ist auch endlich das Visum da, die Koffer sind gepackt und Ende der Woche macht sich mein Mann als Pionier auf den Weg und sucht uns ein neues Nest, während ich hier alle schön abschließe um mich dann auch auf den Weg zu machen.

Der Caprivizipfel – heute Zambesi-Region galt immer als etwas eintönig wir versuchen das in diesem Blogg zu widerlegen und ihr seid herzlich eingeladen unseren Erlebnissen zu folgen.