Eine Eselei

Heute ist wieder so ein Tag, der erst düster beginnt.

Die Maler wollten um 7h da sein um die Zimmer im Haus zu streichen. Die Zeit sitzt uns ein bisschen im Nacken weil unser Container für Freitag angesagt ist. Also ist Wolfgang schon früh los um ihnen aufzuschließen. Nach über einer Stunde warten kam er wütend zurück um ganz schnell zu frühstücken, denn um 8:30h hatte es das erste Meeting. Ich fuhr dann zum Haus, da war wenigstens einer der Arbeiter. Der wartete vor dem Tor. Wo war Moses unser Gärtner???? Oh so ein Schlamperladen, wo ich doch immer so viel Wert auf Pünktlichkeit lege. Das hat sich in all den Jahren nie abgeschliffen.

Moses hab ich dann auf der anderen Seite des Hauses getroffenen, wo er einem alten Mann mit einem Eselskarren helfen wollte. Das ist ja nett, aber doch nicht jetzt!

Ich hab ihn ans andere Tor zum öffnen geschickt und noch ein bisschen rumgeschimpft wegen der Unpünktlichkeit. Doch dann mußte ich feststellen wenn ich jetzt nicht los gehe bin ich selbst unpünktlich, hatte ich doch um 9h einen Termin beim Baumarkt mit dem Fliesenleger. Das war flott abgehackt. Zurück zum Haus, stand der Eselskarren vor der Tür. Ja was ist das denn?

Seit Tagen war ich vergeblich auf der Suche nach einem Pickup der mir Komposterde für den Garten bringt. Moses hatte am Wochenende die rettende Idee und organisierte diesen netten alten Menschen.

Ich musste in mich hinein lachen. Wie nett ist das denn. Schlagartig war aller Ärger verflogen.

Welcome to Rundu again.

Wow, was für ein Tag.!

Eigentlich fing er ziemlich frustrierend an. Wir mussten unser Quatier in der Tambuti Lodge verlassen. Unsere Schuld, wir hatten nur bis zum 15. gebucht und vergessen rechtzeitig zu verlängern, weil ja angeblich kein Tourismus in Namibia herrscht. Also war unser Bungalow anderweitig vermietet. Aber wir wurden freundlicher Weise in die Nachbar Lodge eingemietet. Nun, wir waren nicht begeistert. Wir packten missmutig unsere Sachen und brachten erstmal alles ins Haus. Plötzlich meldete der Constructor der die Maler organisierte, dass sie heute anfangen würden. Super! Schneller als erwartet. Zwei wirklich nette Jungs, die erstmal alle Löcher und Risse in der Wand neu verspachtelt haben und ab Montag wird gestrichen. Toll das läuft also. Der Schreiner hat sich auch gemeldet, die bestellten  Betten sind fertig. Wow, dem hatte ich auch mehr Zeit geben. Am Montag beginnt er die Arbeit an der Küche.

Dann haben wir uns am Abend ziemlich kritisch in unser neues Domizil begeben. Wolfgang war mal wieder überkritisch. Ich würde sagen: Ist ok.

Im Restaurant trafen wir 2 Männer – Vater und Sohn – der Sohn war mit Wolfgang schon geschäftlich in Kontakt. Schnell kam man ins Gespräch, rückten die Tische zusammen und es entwickelte sich ein feucht fröhlicher Abend, mit vielen Insider Tipps und Jägermeister, was hier in Namibia Allheilmittel sein soll und alles Negative ausradiert.😜

Es war ein schöner Abend und der Frust vom Morgen ist total vergessen. Meist haben nicht gewollte Wendungen doch was gutes. Wir waren bestimmt nicht  das letzte mal hier.  Die Speisekarte ist ganz nett und der Blick in die Kavango plains ist umwerfend.

Manchmal muss man einfach seine Wohlfühlzone verlassen.

Mahango Core Area

Oh, was für ein wunderschöner Tag, darauf hatte ich mich seit Wochen gefreut.

Gleich nach dem Frühstück sind wir in die Mahango Core Area gefahren, Die zum Bwabwata National Park gehört. Obwohl in der Emerald season das Gras ziemlich hoch steht wurden wir mit ziemlich vielen, auch unterschiedlichen Tiersichtungen belohnt.

Am häufigsten waren es Springbock, Kudu und Wasserböcke. Ein paar verstreute Büffel, Strauße, Zebras, finally trat es aus dem Gebüsch. Gemächlich schritt ein ei samer Elefantenbulle über die offene Grasfläche, blieb stehen, präsentierte sich, es war eine wahre Freude. Heidi Klum hätte sicher ein Foto für die nächste Runde gehabt.

Die Katzen wollten sich dieses Mal leider nicht zeigen, auch die Giraffen vermissten wir, aber so haben wir etwas für den nächsten Besuch.

Ausflug zu den Popa Falls

Endlich, endlich haben wir unser Auto bekommen, denn die Nutzung des Dienstwagens ist nur für Versorgung und Notfälle. Mein Geduldsfaden war schon ziemlich kurz und Wolfgang musste immer wieder beschwichtigen. Denn auch der schönste Käfig ist ein Käfig.

Zum Ausgleich sind wir heute den Kavango hinunter gefahren bis zu der Stelle wo er sich Richtung Botswana und ins Delta biegt. Und der schmale Teil des ehemaligen  Caprivizipfels beginnt.

Lizza hat uns eine zauberhaft Lodge (Nunda Lodge) empfohlenen in der wir ganz, ganz herzlich von den  Besitzern persönlich begrüßt wurden. Die Lodge liegt ganz zauberhaft am Fluss und die Bungalows sind einfach aber nett zum Fluss ausgerichtet. Die Hippos grunzen friedlich vor der Terasse.

Nunda Lodge

Marlu genießt den Ausflug, glaube ich, so sehr wie wir, liebt sie doch Plätze wo man einen Überblick hat und was zu sehen bekommt genau so sehr, wie wenn die Leute in Begeisterung ausbrechen ob ihrer Schönheit. Sie ist halt unsere Prinzessin.

Am späten Nachmittag begaben wir uns auf den Fluß, tuckerten erst gemütlich Flußabwärts, beobachteten Vögel, Hippos und das Treiben der Anwohner am Fluß.

Zum Sonnenuntergang schipperte uns unser Kapitän dann zu den ‚Falls‘, die ich eher alls Stromschnellen beschreiben würde, die aber trotzdem sehr reizvoll sind. Wir landeten an einer kleinen Insel mitten im Fluss an und waren so direkt von den Stromschnellen umspült.

Zum Abschluss ein Sonnenuntergang, dessen Licht man nur im südlichen Afrika genießen kann, und der mich auch nach vielen, vielen Vorherigen immer wieder aufs Neue berührt.

Zum Abschluss des Tages saßen wir mit den Besitzern der Lodge und tauschten Afrikaerlebnisse.

Ich denke das wird definitiv eines unserer Wochenendziele. Und morgen geht es endlich zu Elefant. Löwe und Co.

Neues Heim

Die Osterfeiertage sind vorbei und wir haben uns für unser neues Heim entschieden.

Es war nicht Liebe auf den ersten Blick, aber die Auswahl ist hier nicht besonders groß. So wagten wir einen 2. Blick und entwickelten Ideen wie wir  diesen Rohdiamant schleifen müssen um daraus ein kleines Paradies zu schaffen. Am überzeugensten ist der Blick von unserem zukünftigen Außensitz.

Ein bisschen aufräumen und Putzen sind Schritt 1. Darum kümmern sich in Zukunft Moses und Johanna.

Dann werden wir wohl in Schritt 2 ein paar Eimer Farbe kaufen und dann sind wir schon ganz weit gekommenen. Auch für die Küche habe ich schon ein par Ideen. Zum Glück gibt es hier talentierte günstige Schreiner. Mit Lizza werde ich in den nächsten Tagen Stoff für freundliche Vorhänge kaufen und dann ist das ganze schon richtig gemütlich.

Der arme Moses tut mir ein bisschen leid, denn er kann glaube ich noch nicht richtig erfassen was für Pläne ich mit dem Garten habe. Aber bis Weihnachten wird es schön hier sein. Für den Anfang erstmal aufräumen.

THERESIA Foundation – Moringa olifeira project

Schritt für Schritt komme ich immer mehr an unserem neuen Wohnort an. Heute hat mich Lizza, die Lodgebesitzerin mit in ihr Dorf genommenen zu ihrem Projekt: Theresia Foundation.

Auf dem Gelände, das ihrer verstorbenen Mutter gehörte, hat sie eine Tagesstätte für arme Kinder aus der Umgebungen gegründet. Dort kümmert man sich um die  Kinder aus der Umgebung. Kleine Kinder haben dort eine Betreuung und die Schulkinder finden dort einen Platz nach der Schule zum Hausaufgaben machen. Aber auch kreative Aktivitäten werden hin und wieder angeboten. Jedes Kind bekommt eine Mahlzeit. Lizza kauft jeden Monat genügend Mais-/Hirsemehl und das Gemüse wird selbst im Garten angebaut.

Für Mais- oder Hirseanbau hat dieses Jahr leider das Geld für Saatgut nicht gereicht. Beziehungsweise konnten auch die Helfer für die Bestellung des Feldes nicht bezahlt werden.

Für ein Einkommen bauen die Damen Moringa an, die getrocknet und zu Pulver verarbeitet wird und dann bei Lizza in der Lodge gekauft werden kann. – Vorausgesetzt es ist nicht Corona und es kommen Gäste. Nun da muss mir wohl noch was einfallen wie wir da nachhaltig helfen können.

Freudig wurden wir mit Tanz und Gesang begrüßt und dann durfte ich mir natürlich in  Begleitung einer großen fröhlichen Schar (bis zu 100 Kinder werden dort betreut) das ganze Gelände anschauen. Viele tolle Sachen werden dort beteits gemacht und doch hat das ganze auch noch viel Platz für Entwicklung.

Zum Beispiel soll ein altes Nebengebäude renoviert werden und dort eine Bibliothek und ein Nähzimmer entstehen. Auch ein Raum für Bastelarbeiten wäre schön.

Für alle die mehr über das Projekt wissen, oder sogar helfen wollen, hier der link. http://www.theresiafoundation.com

Tambuti Lodge

Heute muss ich ein bißchen angeben, aber es ist soo wunderschön hier.

Wir wohnen seit unserer Ankunft in der Tambuti Lodge. Lizza und ihr Mann haben hier mitten in dieser sandigen Region ein Paradise geschaffen. Sie bauen ihr eigenes Gemüse an, und im Garten gibt es zahlreiche Obstbäume. Die Bungalows werden zum größten Teil mit Solarenergie betrieben und auf der Speisekarte gibt es nur lokale Zutaten.

Seit gestern sind Wolfgang und seine Kollegen in Windhoeck, so dass Marlu und ich das gesamte Anwesen mehr oder weniger alleine haben. Über Nacht waren ein paar Gäste da, die aber gleich nach dem Frühstück weiter gefahren sind.

Alleine bin ich aber bei weitem nicht, da gibt es die fleißigen Heinzelmännchen im Garten, in der Küche und beim Zimmerservice. Alle sind sie unheimlich lieb und freundlich. Nur mit 2 Beispielen will ich das verdeutlichen. Die nette Köchin die gestern nur für mich alleine gekocht hat, hatte nicht verstanden, dass ich gerne einen Salat zu meinem Essen wollte und ich habe das wohlwollend übersehen. Der Dame vom Service ist das aber wohl aufgefallen und hat sie wohl in lokaler Sprache darauf hingewiesen. Als ich mit Essen fertig war kam sie strahlend mit einer riesigen Schüssel Salat und meinte sie sei extra für mich in den Garten gegangen. 💕

Am Freitag habe ich beim Frühstück gefragt, wo man denn die leckeren Mongongonüsse kaufen kann, die wir beim Frühstück bekommen. Eines der Mädchen hat sich sofort angeboten sie für mich auf dem lokalen Markt zu kaufen. Am Samstagmorgen hat sie mir strahlen eine Tüte voll überreicht. Allerdings waren sie noch in der Schale. So habe ich mich heute morgen hingesetzt um sie mit einem Stein und einem Taschenmesser zu öffnen. Hab ja gerade sonst nichts wichtiges zu erledigen. Das sah Renate vom Zimmerservice und meinte das sei eine zu mühsame Arbeit fur mich, sie hätte im Storeroom noch geschälte Nüsse. Wir einigten uns, dass ich, solange sie das Zimmer macht, noch weiterarbeite. – Ein wirklich mühsames Geschäft – Danach nahm sie mir die Tüte ab und ersetzte sie durch eine Tüte geschälte Nüsse. Das verdient eine Belohnung. 💕

Auch die Angst vor Marlu haben fast alle mittlerweile verloren und die Hunde der Besitzer kommen uns gerne immer wieder besuchen zum Spielen oder begleiten uns auf unseren Spaziergängen am Fluss.

Lulu und Lola mit Marlu
Lola kommt gerne auch mal für ein Schläfchen.

RUNDU

Jetzt sind wir schon eine ganze Woche in Rundu. Der Tag beginnt und endet mit einem Spaziergang am Fluss, mit Sonnenaufgang oder dem legendären Sonnenuntergang am Kavango. Was für eine Ruhe und welch entspannende Atmosphäre. Marlu  genießt es wieder frei und ohne Leine zu laufen. Zum Frühstück gibt es jeden Morgen einem ausgezeichneten  Mahangubrei (Perlhirse) und viel Obst, und Hibiscussaft, – alles lokal – und total lecker.  Rundu ist eine kleine ‚übersichtliche‘ Stadt. Es gibt eine große Shopping Mall, in der scheint es aber alles zu geben was man so zum Leben braucht. Dann gibt es einen großen ‚Spielzeugladen‘ für Männer, dort gibt es alles was Mann so braucht. Ansonsten gibt es noch eine ganze Menge lokaler Buden und ‚Food to go‘ shops. Einer hat mich besonders amüsiert weil er die afrikanische Kreativität so herrlich widerspiegelt. (siehe Bild). Die Regenzeit hat den Straßen ziemlich zugesetzt, an manchen Stellen besteht die Staße aus mehr Löchern als aus Asphalt, und der Sand holt sich an vielen Stellen zurück wo versucht wurde eine geteerte Straße zu bauen.

Heute haben wir die beiden lokalen Märkte erkundet. Die Gemüsearten sind sehr limitiert und beschränkt sich im wesentlichen auf Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch. Paprika und Chili. Und dann gibt es noch verschiedene Blätterarten wie: Mangold, Süßkartoffelblätter, Blätterraps, Amaranthblätter und Kohl.

Da werden wir wir wohl noch ein bißchen was zusätzlich in unserem Gemüsegarten anbauen müssen. Auch der Supermarkt bietet noch etwas Abwechslung. Auch einen zuverlässigen Fleischer haben wir entdeckt, so dass wir sicher nicht verhungern müssen.

Auch bei der Haussuche sind wir einen Schritt weiter. Auch hier ist das Angebot natürlich sehr begrenzt, aber wir haben ein Häuschen gefundenen das zwar nicht besonders groß und quietsch lila ist, aber innen nett. Außerdem hat es einen wunderschönen traditionellen Außensitz und der Besitzer plant sogar einen Pool, was natürlich super wäre. Der Garten muss wie überall intensiv bearbeitet werden. Aber der Mensch braucht ja eine Aufgabe. Jetzt bin ich mal gespannt was die nächste Woche bietet.

Don’t lose hope