GEBEN IST SEELIGER ALS NEHMEN

Heute war ein richtig toller Tag und ich hatte Spaß wie lange nicht mehr.

Nach diesem ganzen Umzug, Einzug, Renovierung, Gartengestaltung mit angezogener Handbremse und Corona Lockdown habe ich endlich wieder ein Projekt zum Arbeiten gefunden. Angedacht waren 25 Kinder die entweder HiV/Aids geschädigt, beziehungsweise Corona geschädigt sind und aus diversen Gründen keine staatliche Unterstützung bekommen. Gleich vorneweg: Natürlich waren es viel mehr Kinder.

Die Idee ist: Erstmal einmal im Monat eine Suppenküche um mit den Kindern /Müttern in Kontakt zu kommen um weitere Maßnahmen auszubauen, wie Community-Garten und/oder eine Fertigkeit mit der sich Geld verdienen lässt um langfristig auf eigenen Beinen zu stehen.

Schon heute Vormittags als ich in der Küche stand und einen riesigen Topf Pasta sauce und 3kg Nudeln kochte, hatte ich ganz persönlich Spaß.

Aber dann….

Die Kinder waren total der Hit. Von Salomé hatten sie erfahren, dass ich traditionelle Tänze liebe. Was soll ich sagen, wir haben einen ganzen Nachmittag gesungen und getanzt. Das Essen für die Kinder war am Ende fast Nebensache. Die Sonne ging schon unter, als wir alle glücklich und satt nach Hause gingen. Für Stunden hatten wir total die Zeit vergessen.

Leider haben sich von außen so viele andere Kinder dazu gedrängt, die es mit Sicherheit auch nötig hätten, ich aber leider eine Grenze ziehen muss, da es mein Budget nicht erlaubt. Aber vielleicht findet sich dafür ja auch noch eine Lösung.

PROJECT SUPPENKÜCHE

Nachdem die Coronazahlen endlich in einem Bereich sind, dass man sich wieder problemlos bewegen kann, habe ich mich aufgemacht mal die Brennpunkte hier in Rundu etwas genauer zu betrachten. Das ist und war ja auch immer mein Schwerpunkt über all die Jahre in den einzelnen Projektländern. Leider gibt es hier in Rundu keine Organisationen wie International women, oder gar Diplomatic spouses, es gibt um genau zu sein überhaupt ganz wenig weiße Frauen, oder sie haben sich bis jetzt gut versteckt.

Also muss ich es dieses Mal ganz alleine in die Hand nehmen. – Das heißt, so ganz stimmt das nicht, ich habe eine ganz tolle engagierte Helferin – meine Perle Salomé. Nicht nur, dass sie hier Haus und Hof sauber hält, nein, sie hat auch eine ausgeprägte soziale Ader und weiß genau wo die sind, die durch das Netz der sozialen Grundversorgung fallen. Wie immer sind es die Kinder, die am meisten darunter zu leiden haben

Corona hat das Problem das sonst hier von HIV, und Tuberkulose bestimmt war noch erweitert und verstärkt.

Das sind die Behausungen in denen diese armen Menschen ihr Dasein fristen müssen.

Kaum zu glauben, aber das ist eine Toilette
So sehen die Schlafplätze aus. 😢
Und das sind die Leidtragenden

Väter die sich um Frau und Kinder kümmern gibt es nicht, die sind nach dem Vergnügen auf und davon. Meist waren es ältere Männer mit denen die jungen Frauen verheiratet wurden.

Also habe ich beschlossen erst mal für die 25 aller traurigsten Schicksalskinder eine Suppenküche zu gründen um ihnen ab und zu eine Mahlzeit zukommen zu lassen. Dazu lassen wir uns von einem ebenfalls in diesem Viertel lebenden Holzschnitzer, Schüsseln machen und unterstützen damit auch seine Familie anstatt die chinesische Plastikproduktion.

Im nächsten Schritt planen wir, die Frauen beim Gemüseanbau zu unterstützen und je nach ihren Fähigkeiten zu versuchen ihnen ein Handwerk zu erlernen mit dem sie ein Wenig eigenes Geld verdienen können.

Ich bin schon richtig gespannt auf die erste Suppenausgabe.

Krokodilalarm!

Wenn einer eine Reise tut….

Gestern war Feiertag hier in Namibia. Es wurde an die nationalen Helden gedacht.

Wir haben dieses lange Wochenende dazu genutzt mal wieder in unsere Lieblingslodge am Rande des Mahango Nationalparks zu gehen und unsere Freunde zu besuchen.

Die Temperaturen sind mittlerweile bei gut knackigen 30°C und plus. Zum Glück sinken die Temperaturen beim Wüstenklima nachts in den einstelligen Bereich, so dass man Nachts gut schlafen kann. Für Kava unser Baby eine aufregende Sache, das erste Mal auf Reisen. Aber sie macht ihre Sache ganz hervorragend. Die Fahrt hat sie gelassen verschlafen und hier im Camp sind alle begeistert von ihr. Als wäre es das selbstverständlichste der Welt, läuft sie einfach mit.

Heute morgen gab es nur einen kurzen Ausflug in den Nationalpark, da wir schon etwas spät dran waren, denn ein riesiges Krokodil direkt vor uns im Fluss hat unsere Aufmerksamkeit ergattert.

Außerdem wollten wir die Hunde nicht zu lange im Auto spazieren fahren, was diese angesichts der Außentemperaturen sicher genossen haben im klimatisierten Auto.

Die Wasserlöcher für die Hippos werden auch immer weniger und kleiner. Da muss man zusammenrücken.

Zurück im Camp gab es nach einiger Zeit plötzlich Aufregung unter der sonst sehr ruhigen lokalen Bevölkerung in der Nachbarschaft, dies- und jenseits des Flusses. Da sind wir natürlich neugierig geworden. Plötzlich sahen wir etwas großes (kein Hippo) im Fluss. Ein Krokodil? Tatsächlich ein riesiges Krokodil. Aber ist das so etwas Besonderes hier. Auch wenn der Fluss immer super friedlich dahin strömt, weiß man doch, dass Krokodile da sind. Bis jetzt hatten wir jedoch eher kleine gesehen. Plötzlich trieb im Fluss ein ungewöhnliches braunes Etwas. Nach genauerem Hinsehen war es entweder ein Schaf oder eine Ziege. Ein riesiges Krokodil hatte sich daran festgebissen und rund herum tummelten sich eine Menge anderer die auch beachtliche Größen hatten.

Das hat Respekt eingeflöẞt. In Zukunft werde ich noch vorsichtiger am Fluss entlang gehen.

Mittlerweile ist hier wieder Ruhe eingekehrt, als wäre nie etwas gewesen.

Frühling

Der Winter ist vorbei, die Temperaturen tagsüber für deutsche Verhältnisse hochsommerlich und die Bäume tragen die ersten zarten Blüten. Jetzt heißt es warten auf den ersten Regen,denn das Land ist staubtrocken und der Fluss hat nur noch wenig Wasser. Das ist schön für die Kinder, die sich jetzt fast gefahrlos darin tummeln.

Überstanden

Guten Morgen ihr Lieben, heute gibt es nur einen ganz kurzen Bericht.

Wir sind nun nach 2 Wochen Quarantäne wieder zurück in der Spur. Mein geliebter Ehemann ist wieder fit und zurück im Büro. Auch wenn es gut so ist, waren die letzten Tage als alles wieder gut war, schön ihn zuhause zu haben.

Auch die landesweiten Reisebeschränkungen und Corona Restriktionen wurden gelockert so langsam scheint alles wieder etwas entspannter zu werden. Hoffentlich ist das Land jetzt über den Berg. Bleibt zu hoffen, dass die Impfcampagne vor einer nächsten großen Welle schützt.

Die Hunde haben sich in der Zwischenzeit auch zu einem netten Pärchen zusammengerauft.

Familienzuwachs und Corona!

So, ihr Lieben, es war ja wieder mal etwas still hier die letzten zwei Wochen. Was nicht heißen soll es ist nichts passiert.

Nach unserem Wochenende in Divundu /Nunda Lodge, die ja fast schon unser 2. Zuhause geworden ist, denn Cameron uns Eugené haben uns schon sowas wie adoptiert, ist bei uns ein neues Familienmitglied eingezogen: Kava – eine 10 Wochen alte Weimaraner Hündin. Ein mutiges Mädchen, das mir nicht mehr von der Seite weicht und alles und jeden der es wagt sich mir zu nähern beschimpft. Mein ganz persönlicher Wachhund. Das mit dem Schimpfen müssen wir noch etwas runterregeln, aber ich bin mir sicher das wird. Da Marlu ja nie etwas sagt ist es im Moment doch noch etwas ungewohnt. Ansonsten ist sie ein liebes aufgeweckt verspielte Ding und Marlu hat nach anfänglicher Zurückhaltung nun auch Spaß an und mit ihr.

Auch unser Außenanstrich ist jetzt endlich fertig und ich bin froh, dass keine Handwerker mehr hier herumhüpfen.

Und dann kam, was ich schon lange befürchtet hatte.

Wolfgang kam letzten Freitag – nachmittags aus dem Büro und meinte er fühle sich gar nicht wohl und sei den ganzen Tag schon so müde und außerdem habe er eine Erkältung. – ALARM! – Sofort einen Corona Schnelltests.

Natürlich war dieser Positiv. Jetzt rattert es im Krankenschwesterngehirn und ich schwebte zwischen meinem beruflichen „ganz ruhig bleiben und fokusiert handeln“ und meiner privaten Panik! Was mach ich jetzt. Zum Glück hat die Berufserfahrung gesiegt.

Erstmal war die Situation ja noch nicht wirklich lebensbedrohlich, und die Nummer vom Private Hospital hatte ich mir schon vor Wochen besorgt und bereitgelegt. Mein Test war am Nachmittag negativ gewesen so war ich bis auf weiteres Handlungsfähig. Zum Glück war ich morgens einkaufen und alle Vorräte aufgefüllt. Also eine Quarantäne würden wir die nächsten Tage überstehen. Da eh Wochenende war, war weder Putzfee noch der Gärtner da. Also war erstmal Ruhe angesagt, was kein Problem war, da mein Patient eh meistens schlief.

Am Montag ging es dann ins Krankenhaus zum PCR Test und der war wie erwartet auch positiv.

Für die kommende Woche wurde die Putzfee abgesagt, und der Gärtner nur zu Reinigungsarbeiten rund ums Haus auf große Entfernung zugelassen und mittags wieder heim geschickt

Zum Glück waren die Symptome äußerst mild und das Hauptproblem war eine unwahrscheinliche Müdigkeit. Am Nachmittag schlief er im Garten an der frischen Luft und unglaublich aber wahr, er konnte auch noch die ganze Nacht schlafen. Die Erkältungssymptome besserten sich schnell nur die Müdigkeit ist noch geblieben.

Heute Morgen habe ich dann einen Schnelltests zur Kontrolle gemacht, und – hurra! – der war negativ.

Was für eine Erleichterung. Da haben wir ja mal wieder richtig Glück gehabt. Mir hat das Ganze gar nichts getan, mein Test ist nach wie vor negativ. Ich hoffe nicht, dass da noch was hinterher kommt. Ich bin so froh, dass wir beide schon einmal geimpft sind, wer weiß wie das sonst verlaufen wäre. Ich hoffe, dass Wolfgang die Müdigkeit auch schnell vollends überwindet, dann können wir das ganze als zusätzliche Immunisierung betrachten.

Für unser neues Familienmitglied war es natürlich toll uns beide zuhause zu haben und Marlu hat beschlossen jetzt ihr geliebtes Herrchen nicht mehr aus den Augen zu lassen und schläft jetzt an seiner Seite. – Außer ich geh Gassi. Heute haben wir Kava zum ersten Mal mitgenommen. – Für’s erstmal wars gar nicht schlecht.

Jetzt wünsche ich euch allen ein schönes Wochenende. Bleibt’s gesund.

ESCAPE OUT OF THE GOLDEN CAGE

Hallo ihr Lieben. Es wird Zeit für einen neuen Bericht Seit 4 Wochen sitzen wir nun in Rundu, dank der Corona Zahlen können wir „nur“ den Blick von unserer Terrasse über die Plains und den schrumpfenden Fluss genießen. Ich brauch Tapetenwechsel.

Die ganze Woche wurde fleißig an unserem Außenanstrich gearbeitet. ICH BIN KEIN Fachmann, aber ich würde sagen etwas umständlich, aber egal, das Ergebnis zählt und das sieht soweit ok aus.

Am Donnerstagabend wurde meine christliche Seele – oder mein Helfersyndrom ziemlich strapaziert. Einer der Arbeiter kam zum Feierabend zu mir und erklärte mir, dass er nicht wisse wo er heute Nacht schlafen soll, da sein Freund /Kollege weg gefahren sei und den Schlüssel des gemeinsamen Zimmers mitgenommen hätte. Ich erlaubte ihm unter dem Vorbehalt, dass Wolfgang zustimmt auf der Matratze in der Garage zu schlafen. NUR EINE NACHT!

Am nächsten Morgen verschwand er erst mal unter einem Vorwand. Die anderen Jungs vom Malerteam und meine Hausfee und der Gärtner kamen und als sie hörten was vorgefallen war schimpfen sie alle gehörig mit mir, da der Typ neu im Team war und schon am Vortag unter ihnen Stress gemacht hatte.

Also berichtete ich ihrem Chef den Vorfall, der mir ebenfalls erklärte, dass ich zwar in guter Absicht, aber gefährlich gehandelt hätte. Nach einigen Diskussionen, die wohl schon eine Vorgeschichte hatten würde der junge Mann ausbezahlt und entlassen.

Am Freitag Nachmittag übergaben wir Haus und Hof gut verschlossen an John unseren Gärtner, um ein entspanntes Wochenende im Nationalpark zu verbringen.

Menschenkontakt ist dank der hohen Infektionen im Moment ja eher nicht angebracht. Ich hatte in unserer (mittlerweile) Lieblingslodge den Bungalow ganz am Ende gebucht, und bei den Game drives ist man ja auch allein im Auto.

Alles lief gemütlich und bestens bis zum Samstag Nachmittag. Plötzlich ein Anruf von John, exakt dieser junge Mann versucht in unser Grundstück einzudringen. Hektisch versuchten wir unsere Securityfirma zu erreichen, was natürlich erst nach mehreren Versuchen gelang. Dabei hatten wir gerade so nett eine Elefantenmama mit ihrem Baby gerade genau vor unserer Nase.

Der Spaß an der Safari war vorbei, der junge Mann geschnappt und zur Polizei gebracht. Schade, auch wenn wir auf dem Rückweg noch ein paar Ele’s getroffen haben, die Freunde war getrübt.

Trotz allem war der Abend noch ganz nett, auch wenn die Ereignisse des Nachmittags noch nach klangen.

Trotz allem noch ein paar Bilder von der schönen Seite des Tages.

Morgen früh geht es wohl zurück in den Alltag und hoffentlich ist /wird das Problem ohne größeren Schaden gelöst. So schnell gibt’s wohl keine Hilfe mehr von meiner Seite.

Das Stehauf mädchen ist zurück

Guten Morgen ihr Lieben.

An der Corona Situation hat sich nichts geändert, im Gegenteil die Bewegungsfreiheit wurde noch mehr eingeschränkt.

Aber meine gute Laune und mein Optimismus ist zurück.

Eigentlich haben wir hier schon ganz schön viel geschafft. Das Haus ist innen mittlerweile richtig schön geworden. Und unsere liebe Putzfee hält es auch ordentlich sauber. 😁

Und im Garten haben wir nach anfänglichen Rückschlägen auch richtige Fortschritte gemacht. Die Wüste grünt und fängt zu blühen an.

Auch in meinem Gemüsegarten sprießt es ordentlich und die Salatversorgung ist gesichert.

Heute kamen nach langem Warten auch endlich die Handwerker für die Außenfassade. Das gibt zwar wieder etwas Lärm und Dreck, aber dann ist es schön.

Dann können wir endlich das Schattensegel über unsere Terrasse spannen und den Blick über die Plains und den Fluss auf unserer Terrasse bei einem kühlen Drink genießen.

Und uns abends mit einem netten Feuer die Moskitos von Leib halten. 😜

Frust

Hallo ihr Lieben.

Heute ist ein nicht so toller Tag. Nicht dass es uns schlecht ginge, aber die immer noch ansteigenden Coronazahlen und die Nachrichten über die fehlenden Behandlungsmöglichkeiten, gepaart mit den mangelnden Sozialkontakten gehen etwas auf das Gemüt. Ich vermisse meine Kinder und die Freunde in Deutschland. Etwas neidisch sehe ich wie sich meine Kaffeerunde verabredet und ein Stündchen mit ihnen würde mir jetzt sicher auch gut tun.

Zum Glück ist es schon wieder etwas wärmer geworden und man kann wieder draußen sitzen und den Blick auf den immer dünner werdenden Fluß im Sonnenuntergang genießen.

Auch die sprießende Pracht in meinem Gemüsegärtchen hebt meine Laune immer wieder wenn ich dran vorbei komme. Inzwischen gibt es jeden Tag frischen Salat und die ersten Radieschen habe ich auch schon geerntet. Auch Spinat wird es die Tage dann auch eigenen geben. Die Küchenkräuter in den Pflanzsäcken kommen so langsam. Diese wurden durch die kalten Nächte etwas ausgebremst. Bohnen, Gurken und Kürbisse kommen jetzt im 2.Anlauf.

Also so schlecht ist es doch gar nicht. Vielleicht sollten wir mal wieder ein Wochenende in den Busch fahren, dann sind die trüben Gedanken bald wieder weggeblasen.